Flucht und Asyl

Die Asylbewerber in Neckarhausen flohen vor Krieg und bewaffneten Konflikten, diktatorischen Regimen und/oder gezwungenem Militärdienst. Ihr Weg nach Deutschland dauerte Monate, manchmal sogar Jahre und führte sie u.a. durch die Sahara und das Mittelmeer. In Deutschland angekommen haben die jungen Männer gute Aussichten auf Asyl bzw. die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft. Nach der Asylantragstellung in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) Gießen warten sie in Neckarhausen auf weitere Entwicklung ihres Asylverfahrens.

Leben in der Gemeinschaftsunterkunft

In der Gemeinschaftsunterkunft Neckarhausen leben zur Zeit etwa 25 junge Männer. Sie stammen aus Eritrea, Somalia, Algerien und Irak und sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. Mit Hinblick auf die Lage der Unterkunft und die Infrastruktur vor Ort werden in Neckarhausen keine Frauen oder Familien untergebracht.

Als Asylbewerbern stehen ihnen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu, die in den letzten Jahren immer mehr (aber immer noch nicht vollständig) den Leistungen nach SGB II angeglichen worden sind. Sozialarbeiterisch betreut werden sie durch das Landratsamt in Heppenheim, welches auch das Gebäude anmietet.

Auf vier Stockwerken gibt es hier jeweils eine sehr einfache Küche, eine Sozialeinrichtung und etwa 2-3 Zimmer, die sich die Flüchtlinge meist zu dritt oder zu viert teilen. Die Ausstattung ist schlicht und besteht meistens aus einem Schrank und einem Bett pro Bewohner, aus Tischen, Küchlschränken und Waschmaschinen.

Durch die Lage zwischen Bahnhof und der Bundesstraße B37 ist für eine sehr gute Verkehrs-Anbindung gesorgt. Vor der Änderung der Residenzpflicht in 2015 konnten die Bewohner davon nur begrenzt Gebrauch machen. Die Lärm- und Lichtbelastung ist vor allem nachts sehr hoch.

Meist ohne Arbeitserlaubnis und ohne Freizeit- oder Weiterbildungsmöglichkeiten müssen sie ganze Tage unstrukturiert und passiv verstreichen lassen.

Integration

Sprachliche Barrieren und begrenzte finanzielle Mittel behindern die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen vor Ort und eine aktive Teilhabe am Leben der Gesellschaft. Anspruch auf einen Integrationskurs gibt es nicht. Seit Oktober 2014 findet im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus ein ehrenamtlich organisierter Deutschkurs statt. Andere Aktivitäten gibt es kaum. Und das über Monate, ja manchmal sogar Jahre lang.

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