Was uns ganz besonders wichtig ist bei unserer Arbeit mit den Flüchtlingen: 

Wir arbeiten nicht für die Flüchtlinge, sondern mit ihnen. Konkret heißt es: Wir gehen auf die Wünsche und Bedürfnisse der Flüchtlinge ein. Ihre Wünsche haben die jungen Männer sehr schön in einem Video präsentiert und trafen dabei ganz exakt die Ansätze in der neueren Flüchtlingsarbeit. Ganz klar zeichnen sich dort drei Aspekte ab: Deutsch lernen, Beteiligung am örtlichen Leben und sinnvolle Beschäftigungen.

Bei jeder Aktion, die wir planen und durchführen, sind die jungen Männer beteiligt. Von der Entscheidung bis zur Ausführung. Eine meist bittere Erfahrung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit ist, dass alles vorbereitet wurde und niemand kommt. Eine aktive Beteiligung der Flüchtlinge an allem, was sie betrifft, beugt dieser Erfahrung meist vor und nimmt die jungen Männer als eigenständige Menschen wahr.

Auf drei Grundlagen basiert unsere Arbeit mit den Flüchtlingen: 

Frühzeitige Sprachförderung und Zugang zu Praktika – Aus politischer Sicht heißt frühzeitige Sprachförderung und Zugang zu Praktika die beste Vorbereitung für eine spätere Ausbildungsstelle und die tatsächliche Integration in die Gesellschaft. Wir betreuen derzeit vorwiegend Menschen aus Eritrea. Erfahrungen aus der Schweiz zeigen, dass bei dieser Ethnie die Gefahr besteht, dass sie lange auf staatliche Leistungen angewiesen bleiben, wenn eine frühe Förderung nicht möglich ist. Dies geschieht vorwiegend aufgrund schlechter Sprachkenntnisse. Um gut zu lernen bedarf es sowohl einen regelmäßigen Unterricht als auch den Raum das Gelernte aktiv anzuwenden. Praktikumsplätze sind ideal dafür und leisten noch einen anderen wichtigen Beitrag. Die jungen Männer in Neckarhausen haben eine gute Chance hier dauerhaft zu bleiben. Auch andere Flüchtlinge fassen nur schwer Fuss in der deutschen Arbeitswelt. Denn nach der Flucht und der Zeit des Wartens auf eine Aufenthaltserlaubnis ist der Weg in eine geregelte Arbeitswelt schwer.

Integration vor Ort – kann nur geschehen, wenn die Flüchtlinge aus der Unterkunft heraus unter die Menschen kommen und bei Festen, Aktionen und Veranstaltungen beteiligt werden und ihren eigenen Beitrag dazu leisten können. Kirchengemeinden und Vereine zählen dabei zu besonders geeigneten Orten der Integration: Als kulturelle und soziale Akteure sind sie bestens in der örtlichen Gesellschaft etabliert. Als solche spielen sie eine zentrale Rolle beim Aufbau einer lebendigen Willkommenskultur. Es können Kontakte geknüpft werden und kulturelle Schranken überwunden werden.

Sinnvolle Beschäftigungen – Arbeit bringt Menschen zusammen und fördert sowohl sprachliche als auch soziale Integration. Viele der jungen Männer haben in ihrem Land ein eigenständiges Leben geführt und Berufe ausgeübt. Fähigkeiten und Begabungen bringen alle mit, sie müssen Gelegenheit bekommen diese einzusetzen und neue zu erwerben. Hier können ein Tauschring, ehrenamtliches Engagement und Workshops zu bestimmten Themen hilfreich sein.

Was wir kritisch sehen in der Flüchtlingsarbeit: 

Materielle Versorgung in Form von Kleidung ist unserer Ansicht nach die Aufgabe des Staates. Bei größeren Anschaffungen wie Fahrrädern, Kinderwägen etc. ist ein Aufruf an die Bevölkerung  sinnvoll. Auch ein Tauschring (z.B.: Rad gegen Hilfe im Garten, etc. ) ist ein guter Weg um größere Sachen für Flüchtlinge zu beschaffen.  Alles andere, wie extra Kleidersammlungen für Flüchtlinge, schärft nur das Bild von unselbstständigen Flüchtlingen und dem folgen entsprechende Hilfsmaßnahme, die oft die Flüchtlinge in einer künstlichen Unselbstständigkeit erhalten. Außerdem gibt es in der Umgebung viele bestehende Angebote von Kleiderkammern und günstigen Secondhandsshops, die von Flüchtlingen genutzt werden können. Eine Liste mit derartigen Läden für Heidelberg kann bei uns abgefragt werden.

Kurzum: Wir unterstützen die Flüchtlinge soweit wie nötig, lassen sie aber so viel wie möglich selbständig erledigen und planen. Denn sie sollen ihre Selbstständigkeit und Menschenwürde auch nach der Flucht in einem neuem Land behalten.

Die gute Zusammenarbeit mit Behörden und geschulten Beratungsstellen ist für uns ein Zeichen von Professionalität. Denn die Zusammenarbeit mit Spezialisten bürgt dafür, dass wir letztendlich das Beste für die Flüchtlinge wollen und nach optimalen Lösungen suchen.

 

 

 

 

Hinweis:

Die Verwendung von Ideen aus der hier vorgestellten Konzeption bedürfen unserer Kenntnisnahme und Genehmigung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s